Mit „GUTi“ freie Fahrt bis Bayerisch Kanada

Mit dem Gästeservice Umwelt-Ticket „GUTi“ gewinnen Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald im Jahr 2016 zum zweiten Mal nach 2009 den Fahrtziel Natur-Award

Mit dem Gästeservice Umwelt -Ticket „GUTi“ gewinnen Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald den Fahrtziel Natur -Award 2016. Es gilt für Urlauber in den teilnehmenden Gemeinden als Fahrschein für ein eng verknüpftes,
über 1.100 Kilometer langes Netz von „Waldbahn“ -Zügen, Regional-, Stadt- , „Igel“- und Skibussen. „GUTi“ ist für die Kooperation Fahrtziel Natur von BUND, NABU, VCD und Deutscher Bahn ein Leuchtturm eines vorbildlichen Verkehrs- und Marketingkonzeptes.

Ein „Guti“, das weiß in Bayern jedes Kind, ist eine süße Belohnung. Im Bayerischen Wald gibt es das „GUTi“ („Gästeservice Umwelt Ticket“) als Anreiz und zugleich Dankeschön für Urlaubsgäste, damit sie erst gar nicht mit dem eigenen Auto kommen oder dieses zumindest während ihres Aufenthalts stehen lassen. Das „Zuckerl“ für die kostenlose Nutzung von Bahnen und Bussen ab der ersten Übernachtung zeigt Wirkung: Geschätzt 7,7 Millionen Autokilometer oder etwa 200 Erdumrundungen pro Jahr fahren die Gäste von rund 1.700 Beherbergungsbetrieben weniger Auto. Sie ersparen der Naturregion damit jährlich etwa 1 .400 Tonnen Kohlendioxyd und jede Menge Blech im Wald.

1970, als Deutschlands erster Nationalpark im Bayerischen Wald gegründet wird, gehören Lärm, Staus und wildes Parken zum „Waldbild“. Wanderer sehen das Naturerlebnis nachhaltig gestört. Umweltschützer schlagen Alarm. Nationalpark und Naturpark, Tourismus, Politik und Verkehrsunternehmen beginnen eine langwierige Suche nach Lösungen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, die den Bedürfnissen der Bevölkerung und denen des Freizeitverkehrs gerecht werden soll.

20 Jahre „Igelbusse“ in den Nationalpark
1996 gelingt der Durchbruch: Zu attraktiven Zielen im Nationalpark fahren jetzt „Igelbusse“. In enger Taktfolge verbinden sie zu günstigen Tarifen Ausgangspunkte für Wanderungen zu Rachel und Lusen, die Nationalpark-Orte und das
Nationalparkzentrum Lusen in Neuschönau. In Spiegelau entsteht kurz darauf eine zentrale Haltestelle an einer neuen P
ark&Ride-Anlage. Gleichzeitig werden Wanderparkplätze und die Straßen dorthin weitestgehend für den Individualverkehr geschlossen.

Übrigens: Die „Igelbusse“ verdanken ihren Namen der Fabel vom Wettlauf zwischen Hase und Igel. Übertragen heißt das: Der Hase (Auto) mag schneller sein, aber der Igel (Bus oder Bahn) hat das bessere Konzept, erwartet den müden Wanderer bereits am Ende einer Zielwanderung und erspart ihm so die Mühen, wieder auf Schusters Rappen zurück zum Ausgangspunkt gelangen zu müssen.

In Spiegelau gibt es erste Fahrplanverknüpfungen von „Igelbus“ und „Waldbahn“. So heißen seit 1996 die Züge im Schienennetz zwischen Plattling, Bayerisch-Eisenstein, Bodenmais und Grafenau. 2003 wird nach Ausbau der Strecken ein integrierter Taktverkehr mit dem Knoten Zwiesel eingerichtet. Hier haben die Züge gegenseitig Anschluss. Eingebunden in den Stundentakt (nach Grafenau Zweistundentakt) der gelb- grünen Flotte ist auch der Bahnhof Plattling mit Anschluss an ICE und Intercity von und nach Frankfurt /Main, ins Ruhrgebiet, nach Hamburg, Berlin oder Wien und an die Regionalzüge Richtung München, Regensburg und Passau. Urlauber sind jetzt auch ohne Autos bis in die späte Nacht mobil.

Pauschalticket für Bahn und Bus
Seit 2001 müssen sie sich auch nicht mehr um Tarifgebiete und die Auswahl der Verkehrsmittel kümmern. Mit dem „Bayerwald-Ticket“ sind sie einen Tag lang zum Pauschalpreis von heute neun Euro mit Bahnen und Bussen in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau und streckenweise darüber hinaus unterwegs. Zwei Kinder und ein Hund fahren gratis mit. Urlauber, Tagesgäste und Einheimische greifen gern zu. 2009 gewinnen Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald damit den ersten „Fahrtziel Natur -Award“.

Mit dem Schwung dieses Erfolgs startet ein Jahr später „GUTi“, das „Gästeservice Umwelt Ticket“. Seit 2010 darf jeder Übernachtungsgast in den teilnehmenden Gemeinden mit seiner Gästekarte insgesamt knapp 140 Kilometer Bahnstrecken und rund 1.000 Kilometer Buslinien gratis nutzen. „ GUTi“ und das „Bayerwald-Ticket“ bieten den gleichen Leistungsumfang. Das für Urlauber kostenlose „GUTi“ wird von den Gemeinden in der Regel über die Kurtaxe finanziert.

Barrierefrei fahren und erleben
Erreicht werden mit Bahn und Bus heute die meisten touristisch wichtigen Orte, Ausflugziele, Treffpunkte und Sehenswürdigkeiten im Bereich von Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald. An Knotenpunkten sind Anschlüsse weitgehend aufeinander abgestimmt. Zur Orientierung im umfangreichen ÖPNV -Verkehrsnetz gibt es kostenlose Fahrpläne und ausgearbeitete Tourentipps. Fahrpläne können über Smartphone- Apps abgerufen werden. Wie viele der Bahnen und Busse sind die meisten Besuchereinrichtungen inzwischen barrierefrei.
Ohne Auto erreichbar sind auch eine Fülle von Natur – und Sportaktivitäten wie Golf, Kanu fahren, Klettern, Skialpin und –langlauf, Rodeln oder Schneeschuhtouren. Wanderführer und Ranger richten Start und Ziel ihrer
Erlebnisführungen längst an den Fahrplänen aus. Viele Gastgeber garantieren als Nationalpark-Partner auch bei diesem Thema hohe Qualitätsstandards und lassen sich schulen, damit sie Urlauber noch besser beraten können.

Jury würdigt gemeinsames Engagement
Die Jury des „Fahrtziel Natur-Award 2016“ stellt besonders das kontinuierliche gemeinsame Engagement aller Verantwortlichen im Bayerischen Wald heraus. So seien große und kleine Themen zu einem schlüssigen Gesamtangebot für Urlaub ohne Auto weiterentwickelt worden, heißt es.

„GUTi“ hat die Übernachtungszahlen stabilisiert und sorgt zudem für mehr Wertschöpfung in der gesamten Region. Die Verkehrsnachfrage der Urlaubsgäste verbessert die Auslastung von Bussen und Zügen, sie schafft mehr Planungssicherheit bei Linien und Fahrplänen und trägt dadurch zur Bestandserhaltung des Verkehrsangebotes bei – auch zu Gunsten der Wohnbevölkerung.

Das Netz wird sogar ausgeweitet: Im September 2016 startete der Probebetrieb zur Betriebswiederaufnahme der Strecke Gotteszell–Viechtach. Seit Herbst 2016 gilt „GUTi“ auch in den Zügen zur bizarren Felslandschaft „Großer Pfahl“ – einem weltweit einzigartigen Geotop mit weißen Quarzfelsen – und ins wild-romantische „Bayerisch Kanada“.

Der Fahrtziel Natur-Award wird seit 2009 an Projekte verliehen, die in besonderer Weise nachhaltigen Tourismus mit umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten verknüpfen und damit einen Beitrag zur langfristigen
Sicherung des Naturerbes leisten. Die Kooperation Fahrtziel Natur vereinigt vom Alpenraum bis zum Wat
tenmeer 28 Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate in Deutschland, Österreich und der Schweiz in 22 Fahrtziel Natur-Gebieten. Sie wird getragen von den drei großen Umweltverbänden BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.), NABU (Nat urschutzbund Deutschland e.V.) und VCD (Verkehrsclub Deutschland e.V.) sowie der Deutschen Bahn. Die Partner engagieren sich seit 2001 erfolgreich dafür, das Naturerbe und die Biodiversität durch aktive Förderung des nachhaltigen Tourismus langfristig zu sichern. Ziel
ist es, Reisen in Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes zu verlagern und dadurch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Weitere Informationen unter www.fahrtziel-natur.de!

Quelle: Deutsche Bahn (https://www.bahn.de/natur/view/wir/fzn-award.shtml)

Weitere Informationen auch bei der Passauer Neuen Presse unter: http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_regen/zwiesel/2130678_Auszeichnung-fuers-GUTi.html