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Bis 10.08.2008: Ausstellung "Wastl Fanderl" im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum Regen

Wastl Fanderl
Wastl Fanderl 1946 in Grassau beim ersten Sängertreffen nach dem 2. Weltkrieg
Fanderl-Stubenmusik beim BR

Wastl Fanderl - Badersohn, Volksliedsammler, Medienstar
Die Karriere von Wastl Fanderl (1915-1991) ist untrennbar mit dem Volkslied verbunden: Nachdem er das Frisör-Handwerk seines Vaters erlernt hatte, fand der gleichermaßen begabte Sänger wie charmante Schauspieler rasch Kontakt zur jungen Volksmusikpflege der 1930er Jahre. Der Kiem Pauli wurde sein Vorbild, dem er bis zum Gebrauch der Tabakspfeife nacheiferte.

Wastl Fanderl suchte die Bühne, die Öffentlichkeit, die Nähe des Publikums und der Mächtigen. Er suchte stets auch die Medien, die diese Mode trugen, den Rundfunk (erste Aufnahmen 1931, BR-Sendereihe "A weni kurz, a weni lang"), das Fernsehen, die Musikverlage. Er organisierte Singwochen (von 1936 bis zum Zweiten Weltkrieg, von 1963 bis in die 1980er Jahre), komponierte unzählige ohrwurmtaugliche Lieder in traditioneller Anmutung ("Volkslieder"), mit denen er den Zeitgeist des alpenländischen Heimatidylls traf. Zu den bestechenden Eigenschaften des Bühnen-Allrounders gehörte freilich seine Verbindlichkeit im menschlichen Umgang: Mit unwiderstehlichem Charisma verstand er es, seiner Musik die Herzen und Türen zu öffnen.

Die Gründung der SÄNGER & MUSIKANTEN-Zeitschrift (SMZ) 1958 - die auch nach 50 Jahren noch immer das federführende Periodikum zur musikalischen Volkskultur im Alpenraum ist - erwies sich das Sprungbrett zu seiner erfolgreichen Karriere: Als einnehmender Lied-Vermittler, als amtlich bestellter Volksmusikpfleger, schließlich als bundesweit gefeierter Fernsehmoderator (BR-Sendereihe "Bairisches Bilder- und Notenbuch" 1962-1986), mit dem Volksmusik und Regionalkultur in das Abendprogramm der ARD Eingang fanden.

Die Ausstellung im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum in Regen wirft Schlaglichter auf diesen vielfach bewunderten Lebenslauf - im Kontext des Verlaufs und der Moden des 20. Jahrhunderts. Sie zeigt neben historischen Fotografien eine Vielzahl von längst vergriffenen Liederbüchern und interessanten Musikalien Fanderls. Spannende Inszenierungen begleiten durch sein bewegtes Leben. Hörbeispiele und Videoausschnitte machen seine Persönlichkeit in Ton und Bild erlebbar. Die Ausstellung wird bis zu den Sommerferien zu sehen sein.

Die Schirmherrschaft über die Ausstellung, die von Ausstellungsmacher und SMZ-Redakteur Dr. Josef Focht in Zusammenarbeit mit Dr. Helmut Bitsch (Niederbayerisches Landwirtschaftsmuseum Regen), Moni Fanderl (Salzburg) und Roland Pongratz (Kultur & Konzept, Regen) vorbereitet wurde, hat Josef Miller MdL, Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten übernommen. Die Schau ist bis 10. August 2008 täglich von 10 bis 17 Uhr im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum in Regen geöffnet.

Weitere Informationen finden Sie:
Niederbayerisches Landwirtschaftsmuseum
Schulgasse 2, 94209 Regen
Tel. 09921/60485, Fax 09921/60433
E-Mail: info@nlm-regen.de
www.saengerundmusikanten.de
www.drumherum.com

So kommen Sie hin:
Stündlich mit der Waldbahn aus Plattling, Deggendorf, Gotteszell, Zwiesel, Bayerisch Eisenstein, aus Bodenmais besteht in Zwiesel stündlich, aus Grafenau und Spiegelau alle zwei Stunden Anschluss nach Regen. Zum Museum am Stadtplatz sind es ca. 20 Minuten Fußweg.

Letzte Rückfahrt mit der Waldbahn:
Nach Plattling, Deggendorf, Gotteszell um 22:05 Uhr
Nach Bayerisch Eisenstein um 20:46 Uhr
Nach Zwiesel um 23:49 Uhr
Letzter Anschluss in Zwiesel nach Grafenau um 19:02 Uhr (sonntags zusätzlich um 22:02 Uhr), nach Bodenmais um 22:02 Uhr.

Regen erreichen Sie auch mit Bussen der RBO aus Zwiesel und Bayerisch Eisenstein (Linie 6197), aus Viechtach und Teisnach (Linie 6195), aus Grafenau , Schönberg und Kirchdorf i. W. (Linie 6200).

Bayerwald-Ticket Faltblatt