Bis 22.08.2010: Gold und Silberschmiedearbeiten - Handwerksmuseum Deggendorf
"Eva Reidel - Julia Reidel - Gold und Silberschmiedearbeiten"
Am Donnerstag, den 24. Juni um 19.30 Uhr eröffnete im Handwerksmuseum eine Sonderausstellung über die Goldschmiedin Julia Reidel und die Silberschmiedin Eva Reidel. Beide sind Schwestern und stammen aus der Landshuter Künstlerfamilie Reidel. Ihre Eltern sind die Malerin und Kinderbuchillustratorin Marlene Reidel und der Bildhauer Karl Reidel. Eva und Julia Reidel gingen ihren ganz eigenen Weg. Beide erlernten ihr Handwerk an der Staatl. Fachschule für Glas und Schmuck in Neugablonz und studierten anschließend auf der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Hermann Jünger Goldschmiedekunst. Während Julia Reidel als Goldschmiedin arbeitet, wandte sich ihre Schwester Eva Reidel dem Silberschmiede¬handwerk zu. Sie treibt und ziseliert Silber sowie vereinzelt auch Gold zu feinsten Schalen, Platten und Gefäßen. Üppig ornamentierte Oberflächen kennzeichnen ihre Arbeiten. Dekor und Gefäßwand bilden immer eine Einheit. Auch ihr Schmuck weist eine Freude am Ornament auf. Schmuck und Gefäße sind federleicht, geradezu dünnhäutig. Eva Reidel geht an die Grenzen des Materials, das sie manchmal sogar perforiert. Manche ihre Arbeiten erinnern an das Meer und an Meereslebewesen, wie Korallen oder Seeigel, andere an Früchte, an Steine, an Uhrräderwerk. Gleichzeitig denkt man an antike Vorbilder. Ihre Arbeiten wirken archaisch und zugleich sehr modern.
Auch die Goldschmiedin Julia Reidel spielt mit ihrem Material und lotet seine Grenzen aus. Neben Gold und Silber verarbeitet sie auch heimische Hölzer, wie Zwetschge oder Fichte, genauso wie Schaumkoralle, Lapislazuli, Smaragd oder Bein zu ihrem außergewöhnlichen Schmuck. So wird das Schulterblatt eines Dammhirschs zu einem imposanten Halsschmuck gefasst. Ihre Inspiration geht manchmal durch den Magen, denn der Hirsch wurde zuerst von ihr verspeist.
Sie versteht die Sprache des Materials, sie lässt es für sich sprechen, unterstreicht vorhandene Linien und Formen und führt sie weiter. Der manuellen Bearbeitung der Oberflächen gilt ihr besonderes Augenmerk. Nie würde sie Maschinen einsetzen, alles wird von Hand gemacht. Auch darin gleicht sie ihrer Schwester. Neben dem eher üppigem Halsschmuck aus Bein und Silber, findet sich auch federleichter. Julia Reidel erforscht ein Thema und zeigt es in minimaler Variation wie bei ihren Kreisketten oder den Ringen, die sie jeweils um einen winzigen Abschnitt weiter öffnet. Ihr Schmuck erinnert manchmal an vegetabile Vorbilder, Pappelblätter oder Silberlinge. Ihre Liebe zur Natur ist nicht zuletzt auch in ihren hölzernen Armreifen, die innen mit Silber gefasst sind, spürbar. Gleichzeitig gibt es auch architektonische anmutenden Schmuckstücke oder ganz minimalistisch reduzierte wie den Halsschmuck, den sie Martin Puryear widmet.
Weitere Informationen:
Handwerksmuseum
Maria-Ward-Platz 1, 94469 Deggendorf
Tel: 0991/ 2960555
E-Mail: museen@deggendorf.de
Öffnungszeiten: Di - Sa 10 – 16 Uhr/ So 10 -17 Uhr
So kommen Sie hin:
Stündlich mit der Waldbahn aus Bayerisch Eisenstein, Zwiesel, Regen oder Gotteszell. Aus Bodenmais besteht in Zwiesel stündlich, aus Grafenau und Spiegelau alle zwei Stunden Anschluss nach Deggendorf. Zum Museum sind es ca. 15 Minuten Fußweg. Es besteht auch eine Stadtbusverbindung zur Fußgängerzone (Nicht im Bayerwald-Ticket-Preis enthalten).
Letzte Rückfahrt mit der Waldbahn:
Nach Plattling um 22:35 Uhr
Nach Bayerisch Eisenstein um 20:17 Uhr
Nach Gotteszell, Regen und Zwiesel um 23:20 Uhr
Letzter Anschluss in Zwiesel nach Grafenau um 19:02 Uhr, nach Bodenmais um 22:02 Uhr.













