Grenzbahnhof Bayer. Eisenstein wird als „Bahnhof des Jahres 2017“ ausgezeichnet

Naturpark Bayerischer Wald ist Sieger aus 5.400 Stationen!

Große Freude herrscht beim Naturpark Bayerischer Wald in Zwiesel.

Im Frühjahr 2017 hatte man eine Bewerbung für  den Wettbewerb „Bahnhof des Jahres 2017“ abgegeben und dann nichts mehr gehört. Doch offenbar hat die Jury unserem Bahnhof dann im Frühsommer einen  anonymen Besuch abgestattet. Die Bahnhofsexperten haben Optik, Angebote, Service und Naturpark Wirtshaus gründlich getestet und festgestellt: „Bayer. Eisenstein ist Bundessieger 2017. Insgesamt 5.400 Stationen gibt es derzeit in Deutschland, 115 davon liegen im Bereich „DB Station und Service Regensburg“.

Der dortige Leiter Walter Reichenberger ist ebenfalls stolz darauf, den bundesweit prämierten Bahnhof in seinem Zuständigkeitsbereich zu haben. Noch mehr freut sich Heinrich Schmidt, der 1. Vorsitzende des Naturpark Bayer. Wald: „Wir haben den höchst gelegenen Grenzbahnhof der Bundesrepublik im Jahr 2006 von der Deutschen Bahn gekauft, nach gründlicher Vorarbeit und Planung von 2010 bis 2015 saniert und mit den NaturparkWelten und dem Naturpark Wirtshaus attraktive Einrichtungen geschaffen. Nach dem Gewinn des Fahrtziel Natur Awardes 2016, ist dies ein weiterer, bedeutender Meilenstein.“ Das Baudenkmal hat einen hohen Ausflugswert zu jeder Jahreszeit und ist vor allem als Schlechtwettereinrichtung bei den Touristen und Tagesausflüglern beliebt.

Dr. Barbara Mauersberg von der Allianz pro Schiene in Berlin informiert darüber hinaus: “Nach Testreisen durch ganz Deutschland hat die Jury ihr Urteil gefällt: Der Hauptbahnhof von Lutherstadt Wittenberg und der Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald gewinnen den Titel „Bahnhof des Jahres 2017“. Zum 14. Mal in Folge ehrt die Allianz pro Schiene damit die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands. Der Bahnhofneubau im Sachsen-anhaltischen Wittenberg überzeugte die Jury in der Kategorie „Alltagsmobilität“ mit seiner „Offenheit zum Himmel hin und einer Sachlichkeit, die niemals kalt ist“. Auf ihrer Fahrt durch Bayern stießen die Bahnhofstester im hintersten Winkel des Bayerischen Waldes direkt auf der Staatsgrenze zu Tschechien auf den Bahnhof Bayerisch Eisenstein: Dieser Überlebende des kalten Krieges begeisterte die Jury mit einer gelebten europäischen Grenzkultur in der Kategorie „Tourismusbahnhof“.

Die Jury des renommierten Wettbewerbs besteht aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem ACE Auto Club Europa, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Allianz pro Schiene. Um touristischen Qualitäten der Bahnhöfe zu bewerten, reisen außerdem Verkehrsexperten des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und der Kooperation Fahrtziel Natur mit.“

Der Grenzbahnhof Bayer. Eisenstein feiert 2017 sein 140 – jähriges Bestehen. Am Sonntag, 15.10.2017 feiert man dann gleich zwei Ereignisse, „140 Jahre Grenzbahnhof“ und die Übergabe der Erinnerungstafel „Bahnhof des Jahres 2017“ durch die Jury. Bereits vorab drehte ein Filmteam einen kleinen Imagefilm vor Ort im Grenzbahnhof Bayer. Eisenstein als Werbematerial für die Internetseiten und machte Interviews und Fotos.

Auf der kürzesten Eisenbahnverbindung zwischen München und Prag wurde von 1872 bis 1877 ein repräsentatives Bauwerk, ein Bahnhof mit 136 Meter Länge, errichtet. Der deutsche Teil des Grenzbahnhofes ist heute im Eigentum des Naturpark Bayerischer Wald, der sich dort schon seit fast zwei Jahrzehnten engagiert.

Bereits im Jahr 2000 wurde ein erstes Infozentrum geschaffen. Dort kann man Informationen über die Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald sowie über das Landschaftsschutzgebiet Šumava und den Naturpark Bayerischer Wald erhalten. Außerdem gibt es einen Überblick über die Region zwischen Donau und Moldau und einen Veranstaltungsraum.

Seit 2014 gibt es unter dem Dach der NaturparkWelten das neue Europäische Fledermauszentrum, eine Ausstellung zum „König Arber“, das einzige ostbayerische Skimuseum und die Ausstellung Eisenbahn, Mobilität und Kulturlandschaft. Im Dachgeschoß des grenzdurchschnittenen Gebäudes entsteht eine 260 m² große Modelleisenbahn. Zusätzlich gibt es die Ausstellung „Grenze – Kalter Krieg“. Im Mittelbau liegt der ehemalige, historische Wartesaal 1. Klasse mit dem Naturpark Wirtshaus.

Der Grenzbahnhof ist von Mittwoch – Sonntag und an Feiertagen, sowie in den Ferien Bayern und von Juli bis September täglich von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. Der Warteraum für Bahnreisende ist täglich 24 Stunden geöffnet.

Anreise

Die Anreise, vor allem auch von Gruppen funktioniert problemlos aus beiden Ländern mit der Bahn. Die Waldbahn auf der bayerischen Seite verkehrt im Stundentakt, Fahrpläne zur WBA 1 nach Bayerisch Eisenstein findet Ihr hier, Anschlusszüge an die WBA 1 gibt es hier.

Was man dort alles erleben kann, findet Ihr unter anderem in diesem Artikel. Der Bahnhof mit seinen zwei Aufzügen wurde außerdem 2016 als Barriere frei zertifiziert. Näheres findet man unter www.naturparkwelten.de.