Gläserne Gärten und Glasmuseum Frauenau

Wie riesengroße Seifenblasen prangen 126 durchsichtige Rundkolben an der Fassade. Neugierig? Dann schnell ins Glasmuseum in Frauenau.

Innenansicht im Glasmuseum Frauenau, Foto: Glasmuseum Frauenau

Innenansicht im Glasmuseum Frauenau, Foto: Glasmuseum Frauenau

Nur ein paar Meter neben der beeindruckenden Fassade liegt ein überdimensioniertes Herz wie zufällig im Gras. Seit Herbst 2010 wertet eine einzigartige Attraktion den Bayerischen Wald kulturell auf: die Gläsernen Gärten von Frauenau. Auf insgesamt 20.000 Quadratmetern im Umgriff des Glasmuseums, auf den Arealen der Glashütten Poschinger und Eisch sowie an der Flanitz-Aue entstand der weltweit erste gläserne Skulpturenpark mit 22 Installationen. International renommierte  und  regional prominente Künstler haben Werke eingebracht.

Das Herz der Gärten und des Glasmacherortes ist das Glasmuseum. Im Januar 2014 wurde es zum „Staatlichen Museum zur Geschichte der Glaskultur“ geadelt. Es lädt zu einer Reise durch die Kulturgeschichte des Glases ein. Die Dauerausstellung präsentiert eine stattliche Sammlung einzigartiger Exponate. Der ausladenden Rundbau ist einem Glasofen nachempfunden. Die Architektur des Museums macht die vielfältigen Qualitäten des Werkstoffs Glas sichtbar.

Im Innern des Museums ist ein künstlerisch und teils gläsern gearbeiteter Schmelzofen, der dem Besucher den Alltag der Glasmacher vor Augen führt. Auch gesellschaftliche Herausforderungen wie Globalisierung, Automatisierung und Arbeitslosigkeit werden thematisiert. Eine Collage aus Exponaten, Interviews mit Betroffenen und Fotodokumenten illustriert die Sozialkultur einer Glashüttensiedlung, vermeidet aber puppenstubenartige Rekonstruktion. Die Abteilung „Glas der Moderne“ zeigt künstlerisches Glas des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Hauptwerke des Frauenauer Glaskünstlers Erwin Eisch. Auch die kulturelle Bedeutung des Glases für die Nachbarländer Bayern und Böhmen nimmt das Museum zum Thema. Schließlich prägt Glas als Handelsware, Technologieträger und künstlerisches Medium die Grenzregion bereits seit 700 Jahren.

Neben der Dauerschau präsentiert das Frauenauer Glasmuseum abwechslungsreiche Sonderausstellungen. Eine Caféteria und der Museums-Shop laden zum Verweilen ein.

Bei besucherfreundlichen Eintrittspreisen von 4,- Euro für Erwachsene ab 18 Jahren und einem speziellen Sonntagspreis für nur 1,- Euro, kann man international anerkannte Glaskunst und Glaskultur beruhigt mehrmals im Jahr genießen.

Informationen:
Glasmuseum Frauenau
Staatliches Museum zur Geschichte der Glaskultur
Am Museumspark 1, 94258 Frauenau
Tel. 09926 94 10 20
Internet: www.glasmuseum-frauenau.de

So kommt Ihr hin:
Immer zur ungeraden Stunde, ab 9:02 Uhr mit der WBA 3 aus Zwiesel. In Zwiesel direkter Anschluss aus Bayerisch Eisenstein, Plattling, Deggendorf, Gotteszell, Regen mit der WBA 1 und Bodenmais mit der WBA 2.
Letzte Rückfahrt mit der Waldbahn:
Nach Zwiesel um 20:33 Uhr.
Nach Grafenau um 19:17 Uhr.
In Zwiesel direkter Anschluss nach Plattling, Deggendorf, Regen, Bodenmais und Bayerisch Eisenstein.
Frauenau erreicht Ihr auch mit der RBO-Linie 6086 aus Zwiesel bzw. Grafenau und Spiegelau.